Seit meinem letzten blog- Eintrag hat sich bei meiner leidgeprüften Freundin Dolorosa einiges getan.
Wie bereits erwähnt, ist Dolorosa ein sehr zartes Geschöpf. Genauer gesagt grundelt sie auf einer BMI Skala gerade noch im Bereich des Messbaren. Als ich sie jedoch das letzte Mal getroffen habe erinnerte Ihre Statur mehr an ein Anschauungsobjekt fürs Knochencolloquium innerhalb eines Medizinstudiums. Nervös, fahrig und zittrig zog sie an einer Zigarette und schilderte mir folgende Ereignisse:
Nachdem sie die unsäglichen Schmerzen während des Aktes ihrer morgendlichen Darmentleerung tagtäglich rollstuhlreif machten – jedenfalls wenn sie danach noch sitzen hätte können- war sie an einem Punkt angelangt, an dem sie beschloss umgehen einen Proktologen aufzusuchen um sich diese Foltergeräte, besser bekannt als “Hämorrhoiden” ein für alle mal entfernen zu lassen.
Die nette Sprechstundenhilfe entnahm offenbar ihrer Stimmmodulation den Dringlichkeitsgrad und wies sie an sofort vorbei zu kommen. Ihr engelsgleicher Verlobter kutschierte das arme, wimmernde Bündel in kniender Haltung auf dem Beifahrersitz zu dem Mann, in den sie all ihre Hoffnung für die Wiedererlangung eines Grundlevels an Lebensqualität legte.
Dann ging alles ziemlich schnell. Sie wurde sofort ins Behandlungszimmer gebeten um sich entblößt in stabiler Seitenlage auf einer gut ausgeleuchteten Liege zu positionieren. Ihren freigelegten Hintern gen Eingangstür gerichtet, konnte sie den Arzt herein kommen hören, während eine Assistenzärztin beruhigend auf sie einredete, dass alles sicher halb so wild sei.
Bei dem Onkel Doktor handelte es sich um einen sehr freundlichen Mann- mit sehr spitzfindigem Humor, wie sich herausstellen sollte. Während er sich in eine Plastikschürze hüllte, die Dolorosa bisher nur aus Fernsehberichten über Metzgereien kannte, und gekonnt die obligatorischen Handschuhe überstreifte, fragte er mit einem ironischen Lächeln im Gesicht:” Na, was hamma denn, Frau Mag.?” Zwischen zwei Schluchzern hechelte Dolorosa:”Hämorrhoiden!”
Da sie, ob der Schmerzen, nicht im Vollbesitz ihrer geistigen Fähigkeiten war, tappte sie in den größten Patientenfettnapf um sich bei einem allwisenden Mediziner unbeliebt zu machen, denn Regel Nr. 1 lautet ganz klar: Nie, niemals eine Selbstdiagnose äußern!!! Symptome, ja. Aber nicht in tausend Jahren die Vermutung einer spezifischen Erkrankung verlautbaren!!!
Wie zu erwarten war, reagierte der Arzt mit einem Naserümpfen – und Proktologen können das besonders beschämend!!!- und fragte:” Sagt wer?” Dolorosa krazte den letzten Rest Besinnung zusammen und beschwichtigte schnell:” Alle Ärzte bei denen ich in den letzten sechs Jahren war und meine Symptome geschildert habe.” Daraufhin war der Onkel Doktor etwas besänftigt und fragte, ob sich einer dieser Kollegen die Sache auch mal angesehen hat. Dolorosa:”nein!” Proktologe:”Wollt sich keiner ihr Popschi anschauen?” Dolorosa dachte an ihre letzten 24 Lebensjahre, daran dass sie studiert hatte, Vortäge gehalten hatte, wissenschaftliche Texte verfasst hatte und nun hier lag und sich völlig ausgeliefert hertrotteln ließ. Wiedereinmal bereute sie, nicht Medizin studiert zu haben. Oh Gott, wie würde sie Leute verarschen können, den lieben langen Tag. Von Vorstandsdirektoren über Gelehrte…. und alle würden so reagieren wie sie: demütig!
Ohne jegliche Vorwarnung startete der Proktologe die Untersuchung. Ein Schmerz durchfuhr Dolorosa als ob ein wild gewordener, schwuler Zirkuselefant sie von hinten gewaltsam zu penetrieren versuchte. Sie ließ einen Schrei los, den keiner diesem zarten Hälschen zugetraut hätte. Lachend zog der Doktor seine – wahrscheinlich- beiden Fäuste aus ihrem Rektum und meinte lachend:” Na da werd ich mir den Rest des Tages freinehmen können, wenn die Leut im Wartezimmer das hören. Da werd ma betäuben müssen wenn das schon weh tut!” Zittrig fragte Dolorosa was das genau bedeuten würde. Die freundliche Assistentin, die mittlerweile am Fussende der Liege damit beschäftigt war ihre Beine zu fixieren, säuselte bedauernd:” Ein paar Spritzen!” Dolorosa:”Wohin?” —betretenes Schweigen— Dolorosa:”Wird das sehr weh tun?” —-betretenes Schweigen— Nach einiger Zeit antwortete die Assistentin:”Alles geht vorbei!”
…….wenn ihr wissen wollt, wie es weiter geht, muss ich euch auf den nächsten Blog Eintrag vertrösten, ich muss kurz weg.
Tags: Arzt, Gesundheit, Hämmorhoiden, Proktologie, Schmerzen, Untersuchung
Dezember 13, 2008 um 2:51 pm
Würde mich schon interessieren, wie es mit Dolorosa weiterging.
Freu mich schon auf deinen nächsten brilliant ,witzigen Blog.
Dezember 15, 2008 um 8:22 pm
Hallo Wohlbekomms,
ich bin schon gespannt wie es mit Dolorosa weiterging.
Januar 9, 2009 um 12:08 pm
Ö.Ö
au!