Krankheitsprävention in Sachen Liebe

Januar 5, 2009

Ein gutes Neues Jahr, liebe Leser! Na, schon mit der Umsetzung unzähliger Neujahrsvorsätze beschäftigt? So gesehen ist der Jänner wohl jener Monat, dem am Gebührendsten das Motto “gesünder leben” zukommt (…und der Februar infolge dessen wahrscheinlich der Hedonistischste).

Die “Evergreens” unter den Vorsätzen ist unumstritten das Auffinden des perfekten Lebenspartners, gepaart mit einer gesünderen Lebensweise. Deshalb möchte ich euch heute mal aufklären, wie sinnvoll dieser Vorsatzblödsinn ist.
Zur Einstimmung, ein Krankheitsratespiel:
Symptome: unkontrollierte Schweißausbrüche, Appetitlosigkeit, Konzentrationsstörungen, Herzrythmusstörungen und natürlich Insomnie…..  um die Vorboten welchen Krankheitsbildes könnte es sich handeln?
a) Gehirntumor
b) Herzinfarkt
c) Liebe
… Lösung: alles richtig!
Kann “Sich Verlieben” also wirklich etwas Lebensbejahendes sein, wenn es in Verbindung mit derart alarmierenden Symptomen steht? Die Antwort aus medizinischer Sicht muss jedenfalls “Nein” lauten! Verlieben ist de facto ungesund! Die im Körper angeregten Mechanismen des Sympatikus setzen den Metabolismus unter enormen Stress! Die Folge eines andauernden “Verliebtseinszustandes” führen also auf lange Sicht zu einem ausgewachsenen Magengeschwür und chronischem Bluthochdruck!!! Ganz abgesehen davon, dass die Wahrscheinlichkeit vom auserwählten Individuum “gegengeliebt” zu werden sagen wir mal bei 30% liegt (außer man sieht aus wie Angelina Jolie bzw. Keanu Reeves – in seinen besten Jahren-, hat einen IQ wie Stephen Hawkin und bewegt sich mit der Grazie von Nicole Scherzinger bzw. Orlando Bloom- alias Legolas). Daraus folgt also mit 70%iger Wahrscheinlichkeit eine Depression!!! Sehr ungesund! Sehr unökonomisch!

Aber es gibt einen Ausweg:”Nicht verlieben!” Falls Sie einen Partner suchen, nehmen sie ihr Telefonbuch zur Hand, durchsuchen sie es nach ungebundenen Kontakten, wägen sie ab welche dieser Personen die wenigsten absolut unangenehmen Eigenschaften aufweist, verabreden sie sich und leiern sie eine Beziehung an. Waren Sie soweit erfolgreich, stehen sie nun an dem Punkt an dem Blauäugige, ungesunde Liebesanhänger erst nach vier Ehejahren ankommen. Das heißt sie haben sich im Vorfeld schonmal 5 Lebensjahre “gespart” die Sie der Verliebtheitsstress gekostet hätte, haben dann nochmal vier Lebensjahre voller schrittweiser Enttäuschungen und Frustration ob der Desillusionierung über den Traumpartner reingeholt und sehen jetzt noch immer gut genug für eine unbedeutende, heiße Affäre aus!!! 

Soviel zur gesundheitsökonomischen Betrachtungsweise des einzig wahren Highlights des Lebens. Ziemlich langweilig, dieses “Gesund leben” oder? Deshalb freu ich mich schon auf Februar, wenn die allgemeine Ratio wiedermal der gescheiterten Disziplin zum Opfer gefallen ist und ich mit lustigen, unbedarften Mitmenschen reulos saufen, rauchen, fressen und lachen kann! 
In diesem Sinne wünsch ich euch ein freudvolles 2009 unter dem Motto “Gesund ist, wer lebt!”

Neues von Dolorosa (Teil II)

Dezember 19, 2008

…..und dann durchzuckte sie ein lähmender Schmerz. Jeder Muskel ihres Körpers spannte sich an, als würde sie ausschließlich aus glatten Muskelfasern bestehen. Während dessen hatte sie absolut keinen Einfluss mehr auf ihren Körper- eine unglaubliche, fast “außerkörperliche” Erfahrung! “Ca. so muss es sein, wenn Dich der Blitz beim Scheißen trifft” erklärte sie mir. Dann hörte der Schmerz schlagartig auf und sie hatte wenigstens ihren Atemreflex für die Dauer eines Luftholens wieder unter Kontrolle. Das war wohl auch sehr lebensrettend, da der zweite Streich sogleich folgte. Diesmal entfuhr ihr aber, natürlich ungewollt, ein sehr klarer, heller und langer Schrei. Vermutlich weil sie diesmal ein wenig Luft in den Lungen hatte.
Vor der letzten Spritze ließ sich der Onkel Doktor ein wenig mehr Zeit, sodass Dolorosa ihr sprachvermögend wiedererlangend ihrer Qual mit den Worten “…und ich dachte Zahnarzt ist scheiße” Ausdruck verleihen konnte. Der Proktologe schien amüsiert und stieg so grob auf den Witz ein, wie es eben dem Humor von Ärzten entspricht. “Was? Sie vergleichen mich mit einem Zahnarzt?” Sagte er und jagte, ohne eine Antwort abzuwarten, die Injektion noch ein bißchen tiefer und schwungvoller in die empfindlichste Stelle des Körperteils den Dolorosa im Normalfall nichtmal sprichwörtlich jemandem ins Gesicht halten würde.
Aber dann, dann …. wurde all die Pein durch ein wohliges Gefühl der absoluten Schmerzfreiheit belohnt. Seit sechs Jahren war ihr dieser Zustand nichtmehr zu Teil geworden. Die Untersuchung selbst bekam sie in ihrem deliriösen Glückszustand gar nicht mit. Am Rande registrierte sie, dass die Assistentin ihr sagte, die Betäubung hielte nun ungefähr drei Stunden an, doch sie war etwas abgelenkt durch die ganzen Lichter, die ihr nun so viel heller erschienen. Überhaupt fühlte sie sich ein wenig wie Alice im Wunderland und der Dalai Lama in einer Person. In dieser Situation liebte einfach alles und jeden. Mit dem Höchstmaß an Konzentration erkundigte sie sich nach der Diagnose. Und war sehr überrascht als ihr der Proktologe erklärte, sie hätte keine Hämorrhoiden, sondern seit wahrscheinlich den ganzen letzten sechs Jahren eine tiefe “Analfisur”. Hätte eigentlich jeder Landarzt draufkommen können, dass es keine Hämorrhoiden sind, wenn sichs einer mal kurz angesehen hätte. Mit den bisherigen Behandlungsmethoden, hatte sie nämlich alles immer schlimmer gemacht. Er verordnete ihr nun die passenden Medikamente und als Ansporn Ihrer Selbstheilungskräfte, erklärte er Ihr ausführlich wie ein Analdehner anzuwenden sei, einen solchen müsste sie nämlich anwenden, wenn sich bis zur nächsten Visite keine gravierende Besserung der Symptome eingestellt hätte. Ich sage euch, das motivierte ihre Patienten-Compliance auf ein Höchstmaß. 

Als sie aus dem Behandlungszimmer trat erwartete ihr über-alles-geliebter Verlobter sie mit besorgter Miene im Warteraum, während alle anderen Patienten ihren starren Blick angsterfüllt auf Dolorosa richteten, während aus kleinen Radioboxen “jingle Bells” trällerte. Flüsternd fragte sie ihren Gelibten, ob man denn irgendwas gehört hätte? Dieser entgegnete stirnrunzelnd: “alles”!
Peinlich berührt lächelte Dolorosa in die Runde und bedankte sich, laut genug für die Ohren aller, bei der Sprechstundenhilfe für die kompetente Behandlung.

….Mittlerweile geht es Dolorosa so gut wie seit sechs Jahren nicht (könnte natürlich auch an den therapiebegleitenden Schmerztabletten liegen). 
Ich für meinen Teil, habe daraus gelernt, dass vor allem in der Medizin gilt: Geh zum Schmid und nicht zum Schmiedl! Wenn den Symptomen, unter denen ich leide in Hinkunft mittels Untersuchung nicht automatisch auf den Grund gegangen wird, werde ich es selbst vom Arzt verlangen!!! Das spart dann auch dem Gesundheitssystem eine Menge unnötiger Arztrechnungen.

Neues von Dolorosa

Dezember 12, 2008

Seit meinem letzten blog- Eintrag hat sich bei meiner leidgeprüften Freundin Dolorosa einiges getan.

Wie bereits erwähnt, ist Dolorosa ein sehr zartes Geschöpf. Genauer gesagt grundelt sie auf einer BMI Skala gerade noch im Bereich des Messbaren. Als ich sie jedoch das letzte Mal getroffen habe erinnerte Ihre Statur mehr an ein Anschauungsobjekt fürs Knochencolloquium innerhalb eines Medizinstudiums. Nervös, fahrig und zittrig zog sie an einer Zigarette und schilderte mir folgende Ereignisse:

Nachdem sie die unsäglichen Schmerzen während des Aktes ihrer morgendlichen Darmentleerung tagtäglich rollstuhlreif machten – jedenfalls wenn sie danach noch sitzen hätte können- war sie an einem Punkt angelangt, an dem sie beschloss umgehen einen Proktologen aufzusuchen um sich diese Foltergeräte, besser bekannt als “Hämorrhoiden” ein für alle mal entfernen zu lassen.

Die nette Sprechstundenhilfe entnahm offenbar ihrer Stimmmodulation den Dringlichkeitsgrad und wies sie an sofort vorbei zu kommen. Ihr engelsgleicher Verlobter kutschierte das arme, wimmernde Bündel in kniender Haltung auf dem Beifahrersitz zu dem Mann, in den sie all ihre Hoffnung für die Wiedererlangung eines Grundlevels an Lebensqualität legte.

Dann ging alles ziemlich schnell. Sie wurde sofort ins Behandlungszimmer gebeten um sich entblößt in stabiler Seitenlage auf einer gut ausgeleuchteten Liege zu positionieren. Ihren freigelegten Hintern gen Eingangstür gerichtet, konnte sie den Arzt herein kommen hören, während eine Assistenzärztin beruhigend auf sie einredete, dass alles sicher halb so wild sei.

Bei dem Onkel Doktor handelte es sich um einen sehr freundlichen Mann- mit sehr spitzfindigem Humor, wie sich herausstellen sollte. Während er sich in eine Plastikschürze hüllte, die Dolorosa bisher nur aus Fernsehberichten über Metzgereien kannte, und gekonnt die obligatorischen Handschuhe überstreifte, fragte er mit einem ironischen Lächeln im Gesicht:” Na, was hamma denn, Frau Mag.?” Zwischen zwei Schluchzern hechelte Dolorosa:”Hämorrhoiden!”

Da sie, ob der Schmerzen, nicht im Vollbesitz ihrer geistigen Fähigkeiten war, tappte sie in den größten Patientenfettnapf um sich bei einem allwisenden Mediziner unbeliebt zu machen, denn Regel Nr. 1 lautet ganz klar: Nie, niemals eine Selbstdiagnose äußern!!! Symptome, ja. Aber nicht in tausend Jahren die Vermutung einer spezifischen Erkrankung verlautbaren!!!

Wie zu erwarten war, reagierte der Arzt mit einem Naserümpfen – und Proktologen können das besonders beschämend!!!- und fragte:” Sagt wer?” Dolorosa krazte den letzten Rest Besinnung zusammen und beschwichtigte schnell:” Alle Ärzte bei denen ich in den letzten sechs Jahren war und meine Symptome geschildert habe.” Daraufhin war der Onkel Doktor etwas besänftigt und fragte, ob sich einer dieser Kollegen die Sache auch mal angesehen hat. Dolorosa:”nein!”  Proktologe:”Wollt sich keiner ihr Popschi anschauen?” Dolorosa dachte an ihre letzten 24 Lebensjahre, daran dass sie studiert hatte, Vortäge gehalten hatte, wissenschaftliche Texte verfasst hatte und nun hier lag und sich völlig ausgeliefert hertrotteln ließ. Wiedereinmal bereute sie, nicht Medizin studiert zu haben. Oh Gott, wie würde sie Leute verarschen können, den lieben langen Tag. Von Vorstandsdirektoren über Gelehrte…. und alle würden so reagieren wie sie: demütig!

Ohne jegliche Vorwarnung startete der Proktologe die Untersuchung. Ein Schmerz durchfuhr Dolorosa als ob ein wild gewordener, schwuler Zirkuselefant sie von hinten gewaltsam zu penetrieren versuchte. Sie ließ einen Schrei los, den  keiner diesem zarten Hälschen zugetraut hätte. Lachend zog der Doktor seine – wahrscheinlich- beiden Fäuste aus ihrem Rektum und meinte lachend:” Na da werd ich mir den Rest des Tages freinehmen können, wenn die Leut im Wartezimmer das hören. Da werd ma betäuben müssen wenn das schon weh tut!” Zittrig fragte Dolorosa was das genau bedeuten würde. Die freundliche Assistentin, die mittlerweile am Fussende der Liege damit beschäftigt war ihre Beine zu fixieren, säuselte bedauernd:” Ein paar Spritzen!” Dolorosa:”Wohin?” —betretenes Schweigen— Dolorosa:”Wird das sehr weh tun?” —-betretenes Schweigen— Nach einiger Zeit antwortete die Assistentin:”Alles geht vorbei!”

…….wenn ihr wissen wollt, wie es weiter geht, muss ich euch auf den nächsten Blog Eintrag vertrösten, ich muss kurz weg.

Das Geheimnis der Amokläufer

Dezember 2, 2008

Lange habe ich mich gedanklich damit auseinandergesetzt welche Umstände oder Ereignisse Menschen zu irrationaler, rücksichtsloser Brutaliät treibt, bis ich Dolorosa traf. Zur Erklärung: Dolorosa ist eine sehr gute Bekannte von mir, deren Leidensweg ich hier auszugsweise schildern möchte. Seltsamerweise betreffen gesundheitliche Defizite, wie das im Folgenden beschriebene, ja Gott sei Dank immer nur Bekannte und nie einen selbst- wär ja auch irgendwie peinlich!

Dolorosa ist von ihrem Wesen her einer der friedliebensten Philanthropen, die ich kenne. Sie ist immer hilfsbereit, überlässt ihren Sitzplatz gesittet älteren oder behinderten Personen und lässt Leute die es eilig haben an der Kassa vor. Darüber hinaus erfreut sie sich bezüglich ihres Phänotypen sehr guter Gene und eines Gesichtes, das nicht nur zu Halloween gesellschaftliche Akzeptanz findet. Sie ist Mitte zwanzig, sportlich und trägt meistens ein Lächeln auf den Lippen. Kurzum eine Person die, wenn sie nicht so liebenswert wäre, jeder beneiden würde.

Doch dann gibt es Tage, ja manchmal sogar Wochen, wo sich dieses zarte, arglose Geschöpf von heute auf morgen in den Hulk verwandeln kann. Kaum wiederzuerkennen wirft sie sich dann in H&M Schlussverkaufsgetümmel oder Hofer-Sonderangebotstage nur um ein paar Menschen ungestraft eine mitgeben zu können oder “versehentlich” jemanden mit dem Einkaufswagen anzufahren.

Warum? Werden sich viele von euch fragen. Was passiert dann mit ihr? Und ich glaube, diesem Phänomen liegt das Selbe zu Grunde wie all den “schlechten” Menschen die sich von unscheinbaren Mitbürgern in Amokläufer oder happy slapper verwandeln.

Hämorrhoiden!!!

Ein oftmals sehr ungefährliches Krankheitsbild, dass seinem Träger mehr Leid bescheren kann als mit nacktem Hintern Glassplitter aufzusammeln und diesen dann in einem Salzbad auszuwaschen. Die Toilettentür kann schnell zur Pforte der Hölle werden und Holzsessel zum Nagelbett. Ein ständiger stechender, quälender Schmerz der die Lebensqualität weit unter die Grenze des Lebenswerten rasseln lässt und das Schlimmste daran: “Kein Mitleid!!!”…. denn wem will man davon schon erzählen?

Dolorosa hat davon erzählt- und zwar laut, sehr laut…. 

Eines unlebenswerten Hämorrhoiden-Tages, als sie sich, nach zwei Stunden größter Anstrengungen zur Wahrung einer gewissen Grundcontenance, in ein Lebensmittelgeschäft wagte um die täglichen Besorgungen zu machen und endlich, ihre Arme mit viel zu vielen Waren beladen um sie lange halten zu können, an der Kassa stand, hüpfte ein laut brüllendes Balg vor ihr auf und ab. Das Kind verteilte die Einkäufe seiner Mutter so auf dem Förderband, dass es unmöglich war als nächster Kunde seine Waren abzuladen und brüllte dabei, ohne Luft zu holen, lautstark:”Mama, darf ich das, darf ich das, darf ich das? (und zeigte auf ein Produkt in diesen Bauernfängerischen Kassensüßigkeitenständern). Nachdem die Kassiererin auch noch aus unerfindlichen Gründen aufstand, ihren Platz verließ und keine Anstalten machte die wartende Kundschaft darüber in Kenntnis zu setzen wann und ob sie wieder käme, wurde Dolorosa endgültig zum Hulk. Sie warf die Fracht auf ihren Armen auf das Förderband unter die Produkte die das Balg zuvor so dekorativ und hinderlich platziert hatte und schrie: “Das heißt: Darf ich das HABEN!!! und wenn du jetzt nicht sofort still bist, ….” Da fiel ihr die empörte Mutter ins Wort:”Was bilden sie sich ein? Wir müssen hier alle warten, aber das ist noch lange kein Grund….” Dolorosa schnitt ihr das Wort ab:”Ich habe Hämorrhoiden!!!”

Betretenes Schweigen- langes betretenes Schweigen, gepaart mit kollektivem Kopfsenken. Bis die Kassiererin zurückkam. Wobei auch dann nicht viel geredet wurde. Beim Einpacken ihrer Einkäufe kam auf einmal eine Kundin, die offensichtlich weiter hinten in der Schlange gestanden und alles genau mitbekommen hatte, auf Dolorosa zu und drückte ihr freundlich lächelnd einen Zettel in die Hand auf dem “******- Creme” (wir wollen hier ja keine Werbung machen) zu lesen stand. Milde lächelnd meinte die Frau nur: “Das hilft” und verschwand.

Da kam Dolorosa ein sehr aufschlussreicher Gedanke: Könnte es sein, dass Wien nicht die Stadt der Grießgräme und rücksichtslosen Menschenhasser ist, sondern bloß eine Gegend mit einer überdurchschnittlichen Quote an Hämorhoidenträgern?

Auf jeden Fall hilft es sich vorzustellen, dass wohl alle Mießepeter, die einem täglich so über den Weg laufen beim Kacken tausend Tode sterben!

In diesem Sinne, liebe Leidensgenossen von Dolorosa, vielleicht ist es doch legitim den Grund für den schlechten Gemütszustand offen auszusprechen- ihr werdet auf Verständnis stoßen- versprochen! 

P.S.: TIPP: Was Dolorosa wirklich geholfen hat, waren Eiszäpfchen.

“Aut deterius”

November 30, 2008

In meinem letzten Eintrag habe ich euch versprochen, euch mal an meinen Gedanken zu Generika teil haben zu lassen. Deshalb hier mein Generika- Statement: So wie jeder andere homo oekonomicus zählt auch bei mir der Preis eines Produktes oder einer Dienstleistung zu meinen Kaufmotiven. Schnäppchenjagd ist ja prinzipiell nichts Verwerfliches. Was gibt es Befriedigenderes als etwas zu erstehen, dessen Preis den subjektiven Wert unterschreitet? (Ok, da fällt mir schon einiges ein- möchte den Blog aber jugendfrei gestalten ;-) ….und wenn man sich mal vergriffen hat und beim genaueren Hinsehen dahinter kommt einem absoluten Fehlkauf aufgesessen zu sein, ist das ja nicht so schlimm- hat man schließlich fast nichts dafür bezahlt.

Wie ist das aber mit Medikamenten? Zu den paar Euro, die ich für meinen “Fehlkauf” ausgegeben habe, bezahle ich hierbei mit meinem wertvollsten Kapital- meiner Gesundheit! Viele Generika- Anhänger werden jetzt laut aufschreien und sagen: “Du blödes Würschtl! In einem Generikon ist das selbe enthalten wie im Referenzarzneimittel!” Diesen Lesern möchte ich entgegenhalten: “Na dann lies mal genau die Auflagen für das Teufelszeug!” So ein Möchtegern- Arzneimittel enthält nämlich nur den gleichen Wirkstoff!!!! Das heißt: billigere Hilfsstoffe. Und für alle die`s noch nicht wissen: es kommt sehr wohl darauf an wo sich die Wirkung des Wirkstoffes entfaltet! Im Magen z.B. wär`s oft a bissl blöd, weil die Magensäure da schon so einiges zersetzen kann! Die Hilfsstoffe, die Darreichungsform und viele andere Parameter, die nicht ohne Grund in jahrelanger Forschung sondiert wurden (beim Originalpräparat natürlich) sind der Grund warum die Medikamente so wirken, wie sie wirken sollen. Zum Glück können es diese Nachahmerpräparate wenigstens nicht sehr viel schlimmer machen, müssen sie sich doch der überaus anspruchsvollen Prüfung unterziehen im Rahmen einer klinischen Studie an 12 GESUNDEN PROBANDEN!!! niemanden umzubringen.

Es stimmt schon, dass Generika eine erschwingliche Alternative für arme Länder darstellen, aber Leute- die Medikamente die in diesen Ländern verteilt werden sollen doch auch wirken- oder?

In meinen Augen gibt es sehr viel Einsparungspotenzial im Gesundheitswesen, aber doch bitte nicht auf Kosten des gesunden Wesens!!!

Nagut, jetzt wisst ihr was ich von Genrika halte- ein bissl trocken ich weiß- wollte das aber trotzdem mal los werden! Der nächste Eintrag wird wieder lustiger- Versprochen! (Vielleicht was über dritte Welt Länder und dort durchgeführte klinische Studien…… nein war nur Spaß, was wirklich Lustiges!)

Grippe, Bauchweh, Weihnachten

November 28, 2008

Ach ja, die besinnliche Zeit ist wieder angebrochen! Angebrochen….. das erinnert mich an was….. wie oft sich wohl innerhalb einer Minute irgendein Christ (oder Teilzeit- Haide, der sich seiner Gottesfurcht nur einmal im Jahr angesichts der weihnachtlichen Köstlichkeiten gewahr wird) dieser Tage auf Grund einer Vanillekipferlvergiftung dritten Grades ankotzt? Naja, Fragen die keiner beantworten will, kann und wenn man`s genau nimmt, Fragen die vielleicht sogar besser unbeantwortet bleiben. Ich jedenfalls habe letzte Weihnachten ca. 4x der Kloschüssel “Marry Christmas” gewunschen und sie reich mit Keksbrei beschenkt. Am 22.12. bin ich dann schließlich mit mittelschwerem Fieber (naja,simma uns ehrlich es waren nur 37,3 Grad), einem sehr ominösen Ausschlag auf meinem Bauch und meinen Dezemberdauerbegleitern: Schnupfen und Halsweh aufgewacht. Schön, nicht? Da kommt Weihnachtsstimmung auf! Nur gut, dass man bei dem Wetter im Waldviertel mind. 5 Schichten Kleidung tragen muss um keine nekrotisierenden Erfrierungen davonzutragen, sonst hätte ich den penetranten Juckreiz meines Ausschlages nicht in vollen Zügen genießen und mich vielleicht mal kratzen können! Aber Gott sei Dank, habe ich ja einen Haufen medizinisch ausgebildete Experten in meiner Familie, die jedes Jahr von Verwandtschaft zu Verwandtschaft pilgern um Kekse abzusahnen. Am 23. war mein Elternhaus dran. Nach 15 min. belanglosem “na und wie geht`s euch so”-Geplänkel und 2 geleerte Keksdosen später habe ich mich getraut fachlichen Rat wegen meiner Leiden einzuholen. Nachdem ich nach aufwendigsten Entzwiebelungsanstrengungen endlich meinen Bauch unter den Massen von wärmendem Gewand freigelegt habe, fängt meine Tante (ihres Zeichens Allgemeinmedizinerin) lauthals zu lachen an und wiehert: “Du hast ja Scharlach!” Was mir wiederum bestätigt hat, dass Humor etwas sehr Subjektives ist. Ihr Gemahl (Allgemeinmediziner) hat zu meiner Beruhigung aber schnell abgewunken, deutete mir den Mund weit aufzumachen, blickte mir mit angestrengter Miene (und leicht illuminiert ob des Punsches) in den Rachen, tastete mir den Bauch ab um kurz darauf eine professionelle Diagnose zu verlautbaren (natürlich nicht ohne zuvor kurz inne zu halten um Raum für ehrfürchtiges, erwartungsvolles Schweigen zu schaffen- der Teil erinnert mich beim Arzt immer ein bißchen an die Millionenshow, kurz bevor der Moderator dir sagt, ob du jetzt stinkreich oder der looser der Stunde bist): “Das ist ein Ausschlag mit gastrointestinalem Zusammenhang- hast Du in letzter Zeit anders gegessen?” Ha! Das war ein Brüller! Wenn ich ihm erzählen hätte müssen was ich allein am Vortag gegessen habe, hätte er sich bis Neujahr nichts vornehmen dürfen. Musste ich aber nicht. Deshalb hab ich nur ein dünnes, schuldbewusstes “ja, schon” hervorgehaucht…. und dann habe ich den größten Fehler begangen, den ein Patient mit Leidensdruck nur machen kann. Ich habe einen Arzt gefragt, wie man das am besten behandelt. Mit einem erhabenen Lächeln zückte er den Rezeptblock aus seiner Brusttasche (in dem Moment hab ich mich gefragt, ob Ärzte den am Nachttisch liegen haben um ihn am nächsten Tag immer sofort einstecken zu können- ich persönlich habe ja den Verdacht, dass der Rezeptblock eines Arztes soetwas wie eine diamantene Kreditkarte ist. Den brauchen die Leute nur aus der Brusttasche blitzen sehen und du bist VIP mit allen Vergünstigungen). “Also, ich schreib Dir da was auf, da nimmst Du heute gleich zwei und morgen 3×2. (an dieser Stelle möchte ich nochmal erwähnen- “morgen” heißt in diesem Fall WEIHNACHTEN!!!). Mein mich liebender Freund hat mich sofort zur nächsten offenen Apotheke gefahren und wir haben das pharmazeutische Teufelszeug besorgt. Weil ich ja weiß, wie wichtig die Therapie Compliance für den Heilungserfolg ist, habe ich die Tabletten auch brav, wie verordnet eingenommen und versucht mich nicht weiter mit meinen Leiden zu befassen. Das ist mir auch verhältnissmäßig leicht gefallen, da ich am 24. und 25. 12. wie gewöhnlich nur mit Fressen und Freuen beschäftigt war, am 26.12. war mir mein Ausschlag dann sogar völlig gleichgültig, da ich, verstopft wie ein altes Ofenrohr aber voll wie eine Weihnachtsgans im Bett darniederlag und nichts mehr herbeisehnte als guten, alten Durchfall!!! In Selbstmitleid zerfließend und noch immer rot gepunktet, setzte ich mich mit der Packungsbeilage des Medikamentes auseinander, das mir mein geschätzter Onkel am 23.12. verschrieben hat und ich nach wie vor als kooperativer Patient einnahm. Da viel es mir wie Schuppen aus den Haaren: Bei diesen lustigen orangenen Kapseln handelte es sich um ein rezeptpflichtiges, wie ich feststellen durfte überaus wirksames Obstipans (ein stopfendes Mittel)!!!! Habe mir daraufhin für dieses Jahr überlegt das Pulver aus den Kapseln als Backpulverersatz zu verwenden und eine Extraladung Kekse für meinen lieben Onkel und meine liebe Tante zu backen. aber schau ma mal wie weit mir die Weihnachtszeit den Vergebungsgedanken einhauchen kann. Ich bin dann übrigens noch bei zwei weiteren Ärzten gewesen- einer Hautärztin, die mir eine sauteure, rezeptfreie Salbe aufs Aug (bzw. den Bauch) gedrückt hat- laut ihr war es übrigens ein Kälteausschlag, und bei noch einem Allgemeinmediziner, der mir eine Allergie gegen “weiß er nicht was” diagnostiziert hat. Sein Rezept hab ich allerdings nichtmehr eingelöst, da er mir ein Generikon aufgeschrieben hat (und was ich von Generika halte, erzähl ich euch ein andermal). Der Ausschlag ist, nachdem mein Freund mir vier Stunden am Stück den Bauch gestreichelt hat, von einem Tag auf den anderen weggewesen, gegen den Schnupfen nehm ich Taschentücher, der Husten nimmt direkt proportional zu meinem Zigarettenkonsum ab und nach eingehender Selbststudie hab ich festgestellt, dass meine Temperatur immer über 37 Grad liegt, wenn ich eine derart unüberschaubare Menge an Zucker in mich hineinstopfe! Abschließend möchte ich euch an meiner Konklusio teilhaben lassen: Wenn du krank bist, hast du genau zwei Handlungsoptionen: 1. Zum Arzt gehen, 2. Gesund werden.

Frohe Weihnachten!


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